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In einigen thailändischen Städten, wie z.B. Bangkok bietet man einen Motorrad Taxi Service, auf Thai Motorcy rap chang, an.
Motorcy rap chang, übersetzt in etwa Motorad auf Bestellung, ist ein Service den man in einigen thailändischen Städten offeriert. Erstmals sind wir mit den Motorrad Taxis in Bangkok in Berührung gekommen, da macht es auch am meisten Sinn. Während man mit einem Limousinentaxi oder einem Tuk-Tuk die meiste Zeit im Stau steckt, schlängeln sich die Motarrad Taxi Fahrer gelant durch die Lücken und man erreicht sein Ziel in einem Bruchteil der Zeit, die man mit einem normalen Taxi brauchen würde. In Bangkok ist dieser Motorcy rap chang Service sehr populär, billiger und vor allem schneller. Doch man sollte schon einigen Mut mitbringen, den Fahrten mit diesen Motorradtaxis lassen einem die Angst in die Knochen fahren. Zeit ist Geld und so drücken die Motorrad Fahrer gewaltig aufs Gas und riskieren gerne gewagte Überholmanöver. Nun wer sich das antun möchte ? Manchmal bleibt einem keine Wahl, z.B. um einen Termin im ständig stauverstopften Bangkok einhalten zu können. Die Motorrad Taxis erkennt man relativ einfach an Ihren farbigen Westen, je nach Company. Thailänder, die ein fahrtaugliches Motorrad besitzen, können sich bei den verschiedenen Firmen bewerben, dann muß man die Weste kaufen, bzw. mieten und einen Teil der Einnahmen an die Firma abdrücken und los geht die wilde Fahrt. Die Devise lautet, je schneller, umso mehr Kunden, umso mehr Geld. Wichtig: Fahrpreis vorher aushandeln !
Der Flugverkehr trägt zwischen vier und acht Prozent zur Klimaerwärmung bei. Das entspricht in etwa einem Temperaturäquivalent von 0,03 bis 0,06 Grad Celsius auf der ganzen Welt. Zu diesem Schluss kommen Forscher der Stanford University in Palo Alto beim jährlichen Treffen der American Geophysical Union http://www.agu.org.
Die Analyse der Atmosphärenforscher hat allerdings noch ein weitaus dramatischeres Bild für die Nordpol-Region gezeigt. Denn in dieser sensiblen Zone ist Flugverkehr für 15 bis 20 Prozent an der Erwärmung verantwortlich. Die Resultate dieser Analysen könnten für einen Wechsel in der Beurteilung des Flugverkehrs in den Klimaschutz führen.
Spuren von jährlich 35 Mio. kommerziellen Flügen
Rund 35 Mio. kommerzielle Flüge werden weltweit jährlich durchgeführt. Studien in Europa haben gezeigt, dass Regierungen nun ernstlich darüber nachdenken, eine CO2-Steuer auf den Flugverkehr einzuheben. Bisher haben Studien nur geschätzt, welche Auswirkungen die kommerzielle Luftfahrt auf das Klima hat.
Die aktuelle Untersuchung von Mark Jacobson hat erstmals Emissionsdaten von 2004 bis 2006 verwendet, um die Auswirkungen auf das Klima zu untersuchen. Dazu haben die Wissenschaftler ein Modell der Flugzeug-Emissionen erstellt, das den Einfluss auf die atmosphärische Zusammensetzung, die Bewölkung sowie die physikalischen Eigenschaften von Emissionen - insbesondere Ruß - berücksichtigt.
Emissionen nicht überall gleich schädlich
Viele vorhergehende Studien kommen zum Schluss, dass Emissionen aus dem Flugverkehr überall die gleichen Schäden anrichten. Mit der nunmehrigen Untersuchung konnten die Wissenschaftler dies allerdings widerlegen. Die Flugzeuge sorgen für einen Zuwachs von Cirrus-Wolken, in Gebieten wo Kondensstreifen häufig auftraten.
In anderen Regionen sorgen sie hingegen für einen Anstieg der Temperaturen in der unteren Atmosphäre. Zudem reduzieren sie dort die relative Feuchtigkeit. Wenn die Rußmenge, die emittiert wird, um das 20-fache reduziert werden könnte, würde man die Erwärmung aufhalten und sogar für eine Abkühlung sorgen, meint Jacobson.
Antillen-Insel Dominica als wanderbares Regenwaldparadies
Die kleine Antilleninsel Dominica gehört zu den Geheimtipps für Öko-Tourismus-Begeisterte. Um diese Art des Fremdenverkehrs auch im eigenen Land zu promoten und um die Bedeutung einer intakten Umwelt hervorzuheben, setzt die Discover Dominica Authority http://www.dominica.dm mit Unterstützung der Organization of the American States OAS auf ein Förderprogramm für die Tourismuswirtschaft. Ein wichtiger Teil des Programms sind Theatervorführungen in 14 Schulen und 13 Gemeinden, in denen Themen wie Erhalt der Umwelt, touristische Projekte und berufliche Möglichkeiten für Einheimische thematisiert werden.

"Ziel ist es, die Bedeutung des nachhaltigen Tourismus stärker im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern und ein proaktives Verhalten wie etwa die Verbesserung des Kundenservices, zu bewirken", so Kirsten Boucard, Geschäftsleiterin des Dominica Tourist Office für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Zur Verdeutlichung spielen beim Theaterstück zwei Charaktere, das Maskottchen Sisserou - der Wappen-Papagei - und das "Anti-Maskottchen" - der Esel - die Hauptrolle.
Umweltschutz als zentrales Thema
Im 30-minütigen Theaterstück, das in erster Linie auf den Wert der Umwelt und Natur hinweist und die Öffentlichkeit für diese Themen aufmerksam machen, geht Sisserou immer als Sieger hervor. Nach der Aufführung steht eine öffentliche Diskussion am Programm. Dabei sollen eventuell ungeklärte Fragen für die jeweilige Gemeinde zur Sprache kommen.
Die insgesamt 750 Quadratkilometer große Insel Dominica, die zwischen den beiden Französische Übersee-Departements Martinique und Guadeloupe liegt, wird in Kürze über einen insgesamt 184 Kilometer langen Wanderweg - das Waitukubuli National Trail Project - verfügen. Mit Unterstützung der EU und des Regierungspräsidiums von Martinique wird dieser Trail nach seiner Fertigstellung mehrere bereits existierende Pfade miteinander verbinden.
Naturtrail führt durch UNESCO-Weltkulturerbe
"Einige der Wege wurden vor Jahrhunderten von den Ureinwohnern Dominicas, den Kalinagos, angelegt", so Boucard. Das Besondere an diesem Trail ist auch, dass er durch die verschiedenen Landschaften und Vegetationszonen der Insel führt. Ein Höhepunkt des Trails ist das Emerald Pool, der Morne Trois Pitons Trail im gleichnamigen Nationalpark, der 1997 wegen der großen Biodiversität zum UNESCO-Weltkulturerbe erhoben wurde.
"Mit diesem Projekt trägt die Regierung den Bestrebungen der Insel Rechnung, einen ganzheitlichen Tourismus nach internationalen Standards voranzubringen und damit gleichzeitig die Attraktivität der Destination und somit den Tourismus zu stärken", so Boucard. 2007 hat die Karibikinsel rund neun Mio. Euro als Fördermittel aus dem EU-Entwicklungshilfeetat erhalten. Ein Teil davon ist in die Realisierung des Waitukubuli Trail Projekts geflossen.
Angola punktet als Fossilienfundort - Gabun mit grandioser Natur
In der Vergangenheit waren die meisten Besucher Angolas Experten von Ölfirmen, die nach neuen Quellen suchten oder Diamantschürfer, die nach edlen Steinen Ausschau hielten. Darüber hinaus gab es auch noch Non-Profit-Organisationen, die nach Landminen suchten. Nun hat noch eine vierte Gruppe Angola entdeckt, wie BBC-Online berichtet. Und diese sind Fossilienjäger. Denn die ehemalige portugiesische Kolonie, die von einem blutigen 30 jährigen Bürgerkrieg gezeichnet ist, wird auch als "Museum of the Ground" bezeichnet, weil es Regionen gibt, in denen Saurierknochen einfach aus dem Erdreich und Gestein ragen.
"Angola ist die letzte Grenze der Paläontologen. Wegen des Krieges wurde hier bis 2002 praktisch nicht geforscht", meint Louis Jacobs von der Southern Methodist University in Dallas. Jacobs, der Mitglied vom "PaleoAngola"-Projekt http://www.paleoangola.org ist, kann von einigen interessanten Funden berichten. 2005 fanden Forscher in Iembe, nur 65 Kilometer nördlich der Hauptstadt Luanda, fünf Knochen von Vorderfüßen eines Sauropoden-Dinosauriers. Danach wurden weitere Funde von Schildkröten, Haien, Plesiosauriern und Mosasauriern dokumentiert. Auch Octavio Mateus von der New Lisbon University kommt bei Angola ins schwärmen: "Das Land ist was fossile Funde angeht, eines der besten weltweit." Zahlreiche bisher unerforschte Saurier wurden erstmals hier gefunden. Die Wissenschaftler sind zudem davon überzeugt, dass es noch weitere Sensationsfunde geben wird.
Was die Forschung in Angola noch interessanter macht, ist die Tatsache, dass hier rekonstruiert werden kann, wie das Leben auf der Erde vor mehreren zehn Mio. Jahren ausgesehen hat - zum Beispiel als sich Südamerika von Afrika getrennt und sich der Südatlantik gebildet hat. "Fossilien können Daten darüber liefern, wie Tiere von einem Teil zum anderen gewandert sind und wie sich die Kontinente ausgebildet haben", erklärt der Forscher. Dazu gehöre auch die Besiedlung des neu entstandenen Ozeans. Das Forschungsprojekt PaleoAngola wird von der National Geographical Society und der Petroleum Research Foundation of America unterstützt. Derzeit sind die Fossiliengrabungen um Iembe und auf die Küste von Bentiaba an der Grenze zu Namibia fokussiert. Jacobs kann sich jedenfalls vorstellen, dass die Fossilien sich als neues Tourismusattraktion erweisen. "Angola sollte diese Funde für sich nutzen", so der Wissenschaftler.
Rund 1.500 Kilometer nördlich von Angola erstreckt sich ein anderes Land mit außergewöhnlichen Reichtümern der Natur. Gabun, ehemalige französische Kolonie, ist rund 270.000 Quadratkilometer groß und hat nur rund 1,5 Mio. Einwohner. Tourismus spielt hier bis jetzt nur eine untergeordnete Rolle. Jährlich besuchen etwa 45.000 Gäste das Land. Die meisten von ihnen sind Businessreisende und Angehörige internationaler Organisationen. Bei der diesjährigen ITB-Berlin präsentierte sich Gabun als neue Eco-Tourism-Destination. Die Regierung wolle vom Öl- und Bodenschatzabbau wegkommen und Fremdenverkehr als neue Einnahmequelle erschließen. Bis 2015 sollen jährlich 100.000 Gäste kommen und die insgesamt 13 Nationalparks, die elf Prozent der gesamten Staatsfläche ausmachen, besuchen. Yolande Bike, Ministerin für Fremdenverkehr und Nationalparks, sucht derzeit noch nach Investoren für ihr Land. "In unseren Nationalparks gibt es spektakuläre Landschaften mit Bergen, Wasserfällen, Flüssen und sogar Wüsten", erklärt Bike. Zudem sei das Land aufgrund der großen Zahl von Wildtieren wie etwa Elefanten, Leoparden, Gorillas, Flusspferden und Walen vor der Küste bekannt. An der 600 Kilometer langen Küste des zentralafrikanischen Staates nistet die weltgrößte Lederschildkrötenpopulation.
Meeresspiegel und Absinken machen Regierungsprojekte unwirksam
Die Lagunenstadt Venedig könnte trotz aufwändiger Schutzmaßnahmen am Ende des Jahrhunderts fast täglich von Überflutungen geplagt sein. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Instituts für Meereswissenschaften in Venedig http://libeccio.bo.ismar.cnr.it:8080/venezia, die in der Zeitschrift "Climate Dynamics" veröffentlicht wurde. Die Forscher um Laura Carbognin stellten Daten zum langsamen Absinken des Unterbodens der Stadt den Prognosen des Weltklimarates (IPCC) für den Meeresspiegel-Anstieg in der nördlichen Adria gegenüber, der infolge des Klimawandels zu erwarten ist. Bisherige Maßnahmen zur Verhinderung von Überschwemmungen, die derzeit mit großem Aufwand erstellt werden, könnten aufgrund der steigenden Gezeitenhöhe langfristig wenig Schutz bieten, geben die Wissenschaftler zu bedenken.
Der Untergang Venedigs ist ein Prozess, der schon seit längerem im Laufen ist. Der Unterboden der auf Holzpfählen errichteten Häuser sank im 20. Jahrhundert um zwölf Zentimeter. Gemeinsam mit dem ebenso hohen Anstieg des Adria-Meeresspiegels stieg das relative Meeresniveau der norditalienischen Stadt seit 1900 damit um 25 Zentimeter. Die Folgen sind heute siebenmal häufigere Hochwasser und bereits ernste Schädigungen der Bausubstanz der Weltkulturerbe-Stadt. Laut den italienischen Forschern wird das Absinken im 21. Jahrhundert beschleunigt und beträgt zwischen 17 und 53 Zentimeter, wodurch die Hochwasserereignisse weiter zunehmen werden.
Als Hochwasser gilt in Venedig, wenn das Meeresniveau bei Flut um über 110 Zentimeter steigt, was derzeit rund viermal pro Jahr passiert. 2100 könnte dies zwischen 20 und 250 Mal der Fall sein, was die Studienautoren als "unhaltbare Aggression für das Stadtbild" bezeichnen. Es könnte jedoch noch schlimmer kommen. Vivien Gornitz, Klimatologin der US-Raumfahrtsbehörde NASA und eine der Autoren IPCC-Berichts, bezeichnet die Schätzungen Carbognins als "konservativ" und befürchtet ein noch deutlicheres Absinken der Stadt. Die Meeresspiegel würden bereits bisher schneller ansteigen als dies der IPCC vorausgesagt hat.
Das stellt die Nachhaltigkeit des MOSE-Projekts in Frage, mit dem die italienische Regierung ab 2014 durch 78 gigantische mobile Deich-Module die Laguneneingänge bei Bedarf abschließen will. "Steigen die Meere um mehr als 26 bis 53 Zentimeter bis 2100, wie Carbognin angenommen hat, wird MOSE, das nur mit 60 Zentimeter Meeresanstieg zurecht kommt, nicht zum Schutz der Stadt ausreichen", so Gornitz. In gleichem Ton hinterfragen auch die Studienautoren das Projekt: "Ergänzungen zu heutigen Projekten sind dringend notwendig. Auch wenn sich der Meeresanstieg nicht plötzlich vollziehen wird und zu hoffen ist, dass die Prognosen in Zukunft noch genauer werden, sind Pläne zur besseren Hochwasserabwehr in Venedig für Zeiten mit höherem Meeresspiegel jetzt schon dringend notwendig."
Als eine Möglichkeit sehen die italienischen Forscher, Meereswasser in tiefe Gesteinsschichten, die 700 Meter unter der Stadt liegen, zu pumpen. Modelle hätten gezeigt, dass man dadurch in zehn Jahren Venedig um 30 Zentimeter heben kann. Denn die übermäßige Grundwasserentnahme zur Deckung des Bedarfs in der Stadt war bisher ein Hauptgrund für das Absinken der Lagunenstadt.
Landschildkröten gelten seit jeher als Sympathieträger und heilige Tiere. Schon im alten Ägypten, in Griechenland und in Mesopotamien wurden die Reptilien als Haustiere gehalten und genossen kultische Verehrung. In der Region Urartu rund um den Berg Ararat im östlichsten Zipfel der Türkei sind die weit verbreiteten Kriechtiere auch Symbol für die langsame wirtschaftlichen Entwicklung. Mit dem neuen Masterplan des Türkischen Kultur und Tourismusministeriums soll dies nun anders werden. Der sieht bis zum Jahr 2023 kräftige Investitionen in die Infrastruktur vor.
Die Stadt Van am gleichnamigen See war schon in der Antike Zentrum eines mächtigen Königreichs (Urartu), das sich im 9. Jahrhundert v.Chr. gegen die Assyrer durchsetzen konnte. Heute ist der Flughafen der 350.000 Einwohner Stadt die einzige relevante Anbindung des ostanatolischen Hochlandes zu internationalen Handels- und Geldströmen. Der großflächige Van-See, die Städte Bitlis, Ahlat und Agri und die mächtigen Vulkane Nemrut (2828m), Süphan (4058m) und Ararat (5165m) bieten die Kulisse für die touristische Entwicklung hin zur Kultur- und Sportdestination.
Noch liegt die künftige "Urartu Destination" still darnieder, doch die ersten Großinvestitionen rollen. Derzeit werden Straßen und Wasserkraftwerke ausgebaut, rund um den Van-See und in Richtung iranischer Grenze fahren Baumaschinen, Traktoren und Bagger im Stundentakt. Auch die Wasserversorgung und das Stromnetz werden modernisiert, adäquate Grundflächen gesichert. Sie sind die Grundlage für künftige Investitionen in den Tourismus, heißt es im Masterplan, der in den nächsten 15 Jahren den massiven Ausbau von Bettenkapazitäten, Golfplätzen, Wassersportanlagen, Yachthäfen, Bergsport-, Trekking- und Wintersporteinrichtungen vorsieht.
Die türkische Regierung verfolgt mit dem Entwicklungsprogramm einen klaren Plan. Waren die politisch Verantwortlichen in der Vergangenheit in der Van-Region vor allem mit Kurdenflüchtlingen, Verelendung und Terrorismus befasst, so gilt nun die Devise, Entwicklungsgelder in das Land am Ararat zu lenken und kräftig in die Bildung zu investieren. Allein 11 Universitäten wurden in den letzten Jahren neu gegründet. Die Rechnung scheint bereits aufzugehen: Wirtschaftliche Prosperität und Zukunftsperspektiven entziehen den Rebellen jede Existenzgrundlage. Den Kurden in der Türkei geht es besser als anderswo im Zweistromland.
Vom Agrarland zur Tourismusdestination
Nicht erst seit den EU-Ambitionen setzt die Türkei auf die massive Entwicklung seines touristischen Potenzials. Mehr als 20 Millionen Besucher empfängt das Land zwischen Schwarzen Meer und Mittelmeer jährlich. Still und heimlich hat sich die Türkei mit seinen reichen Kultur- und Naturschätzen zur beliebtesten Mittelmeerdestination entwickelt, der Tourismus ist mittlerweile wichtigster Devisenbringer und Motor für die Entwicklung. Binnenregionen wie der Van-See, siebenmal so groß wie der Bodensee, wollen von dem Kuchen ein Stück abbekommen und mitmischen.
Noch scheint die Zeit hier gegen den Trend zu laufen. Auf dem kargen und weitgehend waldlosen Hochland, im Durchschnitt über 1700 m gelegen und von zahlreichen Vulkansteinfeldern durchzogen, mühen sich die Bauern bei der Heuernte, die Städte quellen indes über von Elendsbehausungen, Müll, Schrott und Autos. Die Region leidet unter den Folgen der Kurdenkonflikte, das Pro-Kopf-Einkommen beträgt nur ein Viertel des Durchschnitts der gesamten Türkei. Inoffizielle Einkommensquelle ist der Schmuggel über die iranisch-türkische Grenze.
Versorgung und mobile Kommunikation sind tadellos, doch die Preise hoch, und vielen Kindern fehlt nach wie vor der Zugang zu adäquater Bildung. Wenn dann noch die wenigen Touristen ausbleiben, wie nach der Entführung von drei deutschen Bergsteigern durch kurdische Rebellen im Vorjahr, ist der Ärger groß. Am Ausgangspunkt für Ararat-Bergtouren, Dogubayazit, gibt es zwanzig Herbergen. Das 3-Stern-Hotel "Sim-er, an der Ausfallstraße Richtung Ararat gelegen, beherbergte Anfang Juli 2009 gerade mal fünf Gäste.
Von Touristenmassen kann aber derzeit ohnehin noch nicht gesprochen werden. Die aktuelle Wirtschaftskrise, aber auch die abgelegene geografische Lage des sodahältigen Lava-Sees tragen dazu bei, dass sich die Investitionen wohl noch etwas verzögern werden. Behzad Marvie, Reiseleiter des deutschen Türkei-Spezialisten Dr. Koch Reisen, bestätigt die schwierige Ausgangslage der Region. "Wenn ein Land wie die Türkei an drei Meeren liegt, dem Schwarzen Meer, der Ägäis und dem Mittelmeer: Wer soll dann noch an einem Binnensee Badeurlaub machen?"
Van-See: Bilder aus der Vergangenheit
Wer den Van-See entlang fährt, kann sich indes kaum sattsehen an unberührter und geradezu "nackter" Natur. Das Seeufer des 3.740 km2 großen Sees ist auf 120 km Länge und 80 Kilometer Breite nahezu unverbaut, Schiffe sind nicht zu sehen, dafür aber herrliche Buchten und Spiegelungen der hochmoorartigen Landschaft ringsum. Die Kulisse erinnert an Gemälde europäischer Gewässer aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Im Frühjahr ist der See ein Mekka für Vogelkundler und Botaniker, an den Süßwasser-Zuflüssen tummeln sich die eher schwachen Fischbestände.
Berühmt ist die bynzantinische Heiligenkreuz-Kirche auf der Akdamar Insel, die erst im Vorjahr vollständig restauriert wurde. Die im Jahre 915 vom armenischen König Gagik gegründete Kirche ist reich an herrlichen Sandstein-Reliefs an der Außenfassade. Wie sehr viele andere Kulturdenkmäler aus drei Jahrtausenden wurde auch sie im Zuge der russisch-türkischen Kriege im 20. Jahrhundert stark in Mitleidenschaft gezogen. Im märchenhaften Ishak Pascha Palast des Kurdenemirs von Dogubayazit rissen die russischen Besatzer nach dessen Zerstörung 1918 sogar die vergoldeten Eingangstore aus den Halterungen, um sie nach St. Petersburg abzutransportieren.
Die Van-Region war allerdings seit Beginn historischer Aufzeichnungen ein Aufmarsch- und Durchzugsgebiet großer Heere. Nach den Hurritern und den Assyrern (3000 bis 860 v.Chr.) dominierten die Urartäer (860-580 v.Ch.) das Quellgebiet von Euphrat und Tigris, danach folgten die Meder und die Perser, allesamt in kriegerischer Absicht. Um 330 v.Chr. eroberte der Makedonier Alexander der Große den Landstrich, danach übernahmen die Parther und dann wieder die Perser die Kontrolle. Es folgten Sassaniden, Römer, Araber, Byzantiner und Seldschuken, bevor die Osmanen für nahezu 500 Jahre das Land regierten. Zahlreiche Burgen, Kirchen, Kuppelgräber und Moscheen zeugen von der großen Vergangenheit des Hochlandes.
Abseits dieser steinernen Denkmäler und der Segnungen moderner Technik verläuft das das Leben weiter beschaulich. Die kleinen Bauerndörfer mit ihren steinernen Häusern im Grenzgebiet zum Iran wirken elend, doch die Kinder und Menschen sind fröhlich. Sie halten es mit den Schildkröten: Wenn es warm wird, verbringen sie den Tag in der Sonne, und wenn die langen Winter kommen, ziehen sie sich zurück. Van-See: Im Paradies der Schildkröten
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