Gestern Abend liesen wir den Tag bei einer PüTr (Pizza über den Tellerrand) ausklingen.
Heute morgen sind wir schon um sieben erwacht. Das Zimmer ist zwar mit einer Klimaanlage ausgestattet, aber unter 25 Grad kam die Temperatur trotzdem nicht. Also auf, unter die Dusche und Frühstücken. Lecker und reichhaltig zeigte sich das Buffet und trotz der Reisecar Gruppe fehlte es an nichts.
Nach dem reichhaltigen Frühstück noch die Taschen packen, Hotel abrechnen und unsere Goldwing beladen. Nur war das nicht so einfach. Nicht etwa weil wir gestern noch shopen waren, nein, die Carreisegruppe aus Deutschland umringte unsere Goldwing und wollte nebst fragen zur Maschine noch fragen zur Reiseroute beantwortet haben. Der eine oder andere wäre vielleicht auch gerne umgestiegen. So ging es dann also auf unsere nächste Tagesetappe. Das Ziel ist von Bra über die Tenda nach Nizza, Cannes, Grasse. Das wären dann so um die 220 Km.
Von Bra fuhren wir Richtung Fossano und Guneo. Die Fahrt
ist einfach. Als Alpenländer erstaunt es immer wieder, wie flach die Erde sein kann. Anscheinend haben hier die Landwirte ein raffiniertes Bewässerungssytem. In schmalen Kanälen führen sie das Wasser an den Feldern vorbei, wobei sie Schleusen öffnen können und so die Felder fluten.
Nun zeigen sich am Horizont die ersten Berge. Wir sind gespannt wie die Tende heute zu fahren ist. Das letzte mal waren wir vor 25 Jahren hier und wir freuen uns auf die wildromantische Schlucht.
Weiter geht es über Borgo, San Dalmazzo nach Limone Piemonte. In Limone Piemonte stockte der Verker. Über die Autodächer sah ich das die Polizei Ihr Fahrzeug quer in die Fahrbahn gestellt hat. Na super da freut sich doch das Fahrerherz. Wir schlängeln uns bis zu den Carabinieri durch und erfahren, dass es auf der Tende einen Unfall passiert sei und die Strasse nicht passiert werden kann. Super da freut sich doch das Herz des Touristen noch dazu. Also entscheiden wir uns ins nächste Kaffe zu gehen und wollen eine alternativ Route suchen.
Nach einer kurzen Diskusion entscheiden wir uns die Tende so weit zu fahren wie es möglich ist. Neben dem Kaffe ist ein Laden, in welchem wir noch einen kleinen Profiant kaufen und es kann weitergehen.
Bingo, die Entscheidung stellt sich als richtig heraus. Zwar müssen wir noch etwa 20 Min. warten, aber wir können immerhin an unserer Route festhalten. Während des Wartens gesellt sich noch ein italienischer Goldwingfreund mit seiner 1800er dazu und wie das so ist, keiner kann die Sprache des anderen so richtig und doch versteht man sich gegenseitig.
Tatsächlich wird der Tunnel nach etwa 20 Min. geöffnet und von so manchem Fahrer wird eine enorme hektick an den Tag gelegt.
Nun ja, wir haben ja Urlaub und lassen erst mal die Wochenendausflügler ihres Weges ziehen. Als Schlusslicht fahren die zwei Goldwings durch den Tunnel. Sicherlich ein würdiger Abschluss einer Kolonne oder nicht?
Unterwegs machen wir es uns am Strassenrand gemütlich und geniessen das frische Brot mit Salami und Tomaten und werden von den Vorbeifahrenden noch bestens unterhalten.
Doch die Fahrt durch das Tal stellt sich als Enttäuschung heraus. Kein Vergleich mit der wildromantischen Schlucht wie wir sie kannten. Die Strasse gleicht heute eher einer Transitstrasse.
Wir wollen heute mindestens noch einen richtigen Pass fahren. Als zweigen wir in La Giandola de Brail links ab und nehmen Kurs auf den Col du Bries und Col de Perus, was sich als Goldrichtig herausstelt.
Weil wir gerade so in Kurvenstimmung sind, nehmen wir nach Sosbel noch Kurs auf den Col de Braus, welcher dann wirklich enge Kehren zu bieten hat. Die Pässe sind gut zu Fahren, die Strassen sind ok und das wichtigste, sie sind nicht überlaufen. Die Fahrt durch die Olivenhaine ist einfach malerisch. Ich erwarte jeden Augenblick einen D2 zwischen den Olivenbäumen den Berg herunter brettern mit Roger Moor am Lenkrad. Am Fusse des Passes umgibt uns dann schon wieder städtisches Gebiet und wir können nicht mehr weit vom Mittelmeer sein. In Nizza entscheiden wir uns für einen Zwischenhalt und geniessen einen guten französischen Espresso. Hier entscheiden wir uns kurzerhand, nicht an unserem heutigen Ettapenziel Grasse fest zu halten sondern uns hier in Nizza ein Hotel zu suchen. So logieren wir heute im Novotel in Nizza und werden dann mal schauen, wie weit wir morgen kommen werden.
Auf jeden Fall werden wir jetzt noch einen Spaziergang am Ufer geniessen und den heutigen Tag mit einem feinen Nachtessen ausklingen lassen.