An der heute und morgen in Winterthur stattfindenden nationalen
Photovoltaik-Tagung trifft sich mit rund 450 Solarstrom-Expertinnen und
Experten aus dem In- und Ausland eine Rekordzahl von Teilnehmern. Die
Veranstaltung gibt einen umfassenden Einblick in die gut positionierte
Schweizer Solarstrombranche. 25 Jahre Photovoltaik Forschung und Entwicklung
führten zu international beachteten Innovationen und einer dynamisch
wachsenden Industrie, sowohl für die Produktion von Solarmodulen wie deren
Integration in die Gebäudehülle. Ein negativer Standortfaktor ist allerdings
der stark begrenzte Heimmarkt. Vertreter aus Industrie und Politik fordern
deshalb eine schnelle Deblockierung der kostendeckenden Einspeisevergütung
für Solarstrom. Anhaltende Innovationen und die industrielle
Massenproduktion führen zu einer raschen Kostensenkung, sodass diese
Technologie in den nächsten 20 Jahren einen massgeblichen Beitrag zu einer
nachhaltigen Energieversorgung leisten kann. Solarstrom wird dadurch zu
einer Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts.
Auch wenn die Wirtschaftskrise nicht spurlos an der Photovoltaikbranche
vorbeigeht: Solarstrom ist aktueller denn je. In Deutschland etwa dürfte
sich 2009 der Markt gegenüber dem Vorjahr verdoppelt haben, unter anderem
dank Preissenkungen um 25 Prozent. Auch in der Schweiz wächst der Markt,
allerdings auf einem pro Einwohner zwanzigmal geringeren Niveau als in
Deutschland und mit unsicheren Zukunftsaussichten. Grund für diesen
Rückstand der Schweiz sind die begrenzten Mittel für die kostendeckende Ein-
speisevergütung.
Am ersten Tag der vom Bundesamt für Energie und dem Fachverband Swissolar
organisierten 8. Nationalen Photovoltaik-Tagung in Winterthur zogen
Vertreter aus Verwaltung, Solarindustrie und Elektrizitätswirtschaft eine
Zwischenbilanz zu diesem Anfang 2009 eingeführten Förderinstrument, mit dem
die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien gefördert werden soll.
Praktisch einhellig war die Forderung ans Parlament, mit einer Aufhebung des
Kostendachs dafür zu sorgen, dass die rund 4500 beantragten Solaranlagen
gebaut werden können und danach ein kontinuierliches Marktwachstum möglich
ist. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für die Sicherung und den weiteren
Ausbau des PhotovoltaikProduktionsstandortes Schweiz.
Die Perspektiven der Solarstromtechnologie bilden den Inhalt des zweiten
Tages. Namhafte Referenten zeigen die grossen Chancen der Photovoltaik für
die Forschung sowie den Technologie- und Industriestandort Schweiz auf.
Bereits heute bietet eine diversifizierte Industrie innovative Schweizer
Produkte entlang der gesamten Wertschöpfungskette an, mit hohem Exportanteil
und einem Jahresumsatz von über 1.5 Milliarden Franken.
Solarenergie ist eines der wesentlichen Standbeine der zukünftigen
Energieversorgung. Solarstrom könnte gemäss dem Europäischen
Photovoltaikindustrie Verband EPIA bereits in zehn Jahren bis zu 12 Prozent
des europäischen Strombedarfs decken. Am zweiten Veranstaltungstag steht
deshalb die Frage im Zentrum, welche Aufgaben zur Bewältigung dieses enormen
Ausbaus seitens Forschung, Industrie und Energieversorgern zu lösen sind.
Die Referenten zeigen sich mehrheitlich überzeugt, dass die Aufgabe lösbar
ist und die Schweiz dabei einen wesentlichen Beitrag leisten kann.