Israel ist auch bei Aktivurlaubern beliebt. Geboten wird ihnen immer mehr - von einer Wanderung durch die Judäische Wüste bis hin zur Bike-Tour rund um den See Genezareth.
Israel - das Land der Bibel
„Sharav“ nennen die Israelis den heißen Wüstenwind, der aus dem Südosten des Landes strömt und an diesem Morgen die Temperatur in der Judäischen Wüste bis auf 40 Grad hochtreibt. Der Bus rollt unaufhöhrlich durch karge Täler und zerklüftete Schluchten hinab zum Toten Meer. Die Luft ist heiß, spiegelt sich am Horizont.
Plötzlich tauchen Farbtupfer zwischen den Felsen auf: grünes Schilf und lilafarbene Blüten. Vorboten einer Oase, die in der Bibel erwähnt wird: „Und David zog hinauf von dannen und barg sich auf den Berghöhen zu En Gedi“ (1. Buch Samuel, 24). Heute ist die fruchtbare Wasserstelle, die 400 Meter unter dem Meeresspiegel liegt, ein Naturschutzgebiet und beliebtes Ziel für Aktivurlauber.
Impressionen aus Israel
Denn immer mehr Israel-Touristen wollen die Natur des Heiligen Landes zu Fuß oder per Rad erleben, wie Reiseführer Assaf Zeevi berichtet: „Die wenigsten Besucher wissen, dass es zahlreiche Wanderwege und gutes Kartenmaterial dazu gibt. Viele junge Israelis sind zur Zeit als Aktivurlauber im ganzen Land unterwegs, aber es kommen auch immer mehr ausländische Touristen hinzu.“
Leben in der Wüste
Bei 40 Grad Hitze geht es durch die Schluchten von En Gedi, vorbei an Sodom-Apfelbäumen, die gar keine Apfelbäume sind, sondern Giftpflanzen. Putzige kleine Klippschliefer, die in ihrer Gestalt Murmeltieren ähneln, dösen in schattigen Felsritzen. Meterhohe dornige Sträucher erinnern an eine Legende: „Aus diesen Zweigen, sagt man, wurde die Dornenkrone Jesu geflochten“, erklärt Assaf Zeevi. Und: „En Gedis Schönheit spiegelt sich heute noch in vielen Psalmen wider.“
Jerusalem: Tradition und Moderne
Dass die Wüste lebt, sieht der Wanderer, je höher er steigt. In der Mitte der trockenen Schlucht fließt unaufhörlich klares Wasser. Libellen und Schmetterlinge umschwirren den schönsten der insgesamt drei Wasserfälle. Sein Name: David. „Hier lebt ein Mythos. In einer der Höhlen von En Gedi bewies David seinen Großmut gegenüber Saul und begründete so sein Königreich“, berichtet der Reiseleiter.
Ein paar Kilometer weiter südlich, am Ufer des Toten Meeres, können sich Israel-Aktivurlauber nach der rund zweistündigen Tour durch das „Wadi David“ entspannen: In Ein Bokeq lassen sich die Touristen gerne im warmen Salzwasser treiben. Muslime und orthodoxe Juden entdecken hier bizarre Salzformationen - und werden vom extrem hohen Salzgehalt getragen.
Unter dem Motto „Jesus ging über den See, sie können drum herum radeln“ bietet auch der Norden Israels eine neue Attraktion für Sportbegeisterte. Vor der historischen Kulisse Galiläas wurden bereits die ersten Kilometer eines neuen Radweges eingeweiht, der im Endzustand, den gesamten See Genezareth umrunden soll.
Über 100 Kilometer lang ist dann dieses erste ausschließlich für Radfahrer entworfene Projekt, bei dem die Hotelvereinigung, Landkreise und die Regierung in Tel Aviv an einem Strang ziehen. Allen geht es hauptsächlich um die begleitende Infrastruktur von Herbergen, Hotels, Restaurants, um touristische Attraktionen und Geschäften, die von einer Welle von Bike-Freaks frequentiert werden sollen.
Einer, der sich auf die Aktivurlauber eingerichtet hat, ist Uri Pundak. Er betreibt ein Gästehaus unweit des Kibbuz’ Ha’on, vermietet Räder an Touristen und begleitet diese auch gerne mal auf eine Tour zu geschichtsträchtigen Orten. „Der asphaltierte Radweg geht hier im Süden unweit der Stelle entlang, an der der Jordan den See verlässt und wo nach der Überlieferung Johannes der Täufer wirkte“, erzählt Uri Pundak.
Er schätzt vor allem das frühlingshafte Klima, das rund um Israels größten Süßwassersee herrscht. Die Radler umgibt eine warme bis heiße Brise, während Dattelpalmen und Bananenplantagen an ihnen vorüberziehen und nach und nach im Osten die Golanhöhen sichtbar werden. Ein Tipp aus Erfahrung: Wasser sollte jeder Radler in Israel immer ausreichend im Gepäck haben.
Der Bike-Boom soll nicht nur auf den Norden Israels begrenzt bleiben. Die Regierung plant einen auf internationalen Standards basierenden „Trans-Israel“-Radweg. Auf dem sollen die Touristen dann auf rund 1000 Kilometern in zehn bis 30 Tagesettappen vom Berg Hermon an der Nordspitze des Landes bis zum Roten Meer im Süden strampeln.
Anreise
Der Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv wird direkt von Düsseldorf, Frankfurt, Berlin, München, Zürich und Wien mit Linienmaschinen von der Lufthansa, Swiss, Austria Airlines und El Al angeflogen. Hin- und Rückflug gibt es ab rund 400 Euro. Gebeco bietet eine 8-Tage-Wander- und Rad-Erlebnisreise mit deutschsprachiger Reiseleitung an. Kosten: ab 1475 Euro. Infos unter www.gebeco.de oder unter Telefon: 0431 54460.
Reisezeit
Klimatisch günstigste Reisezeiten für ganz Israel sind Frühjahr und Spätherbst. Juni bis September sind bis auf die Gebirgslagen nur etwas für Hitzeerprobte. Wer nicht aus religiösen Gründen nach Israel reist, sollte Trips zu den hohen christlichen Feiertagen meiden
Essen
Als junges Land mit Einwanderern verschiedenster Nationalitäten kennt Israel keine ausgesprochene Nationalküche. Vor allem Freunde der arabischen Küche kommen auf ihre Kosten, denn in den meisten Städten werden Felafel, Pitta, Kebab und Tahina angeboten. Den St. Petersfisch gibt es vor allem am See Genezareth. Tipp: Tamar Fish Restaurant, Telefon: 04 6790713.